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rabebuch.de - die Buchhandlung Der Rabe, Pfinztalstr. 60, 76227 KA-Durlach - - alle aktuellen und vergangenen Veranstaltungen

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Unsere vergangenen Termine 2026

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Mi. 2026 · 20 Uhr · Tollhaus, Alter Schlachthof 35, 76131 Karlsruhe

Florian Illies

liest aus

Wenn die Sonne untergeht

Familie Mann in Sanary

Im glühend heißen Sommer 1933 spitzt sich die politische Lage in Europa zu – und die der Familie Mann: Thomas und Katia Mann und ihre sechs Kinder sind nach abenteuerlichen Fluchten im Juni in dem verträumten Hafenort Sanary am französischen Mittelmeer gestrandet. Und jetzt wissen sie alle weder vor noch zurück. Ein Ort, eine Familie, drei Monate bei dreißig Grad.

Im Sommerwind von Sanary kommt es zur Zerreißprobe zwischen Klaus und Erika und ihrem Vater Thomas – sie wollen ihn zwingen, mit Deutschland zu brechen. Aber stattdessen zerbrechen die Geschwister fast an ihm.

Florian Illies erzählt in „Wenn die Sonne untergeht“ von der Trauer um den Verlust der Heimat und des Besitzes, der Angst vor den Plünderungen der Nazis, von Wehmut, Trotz und Leidenschaft.

Moderation: Caroline Grafe

Veranstalter:

Fr. 2026 · 19:30 Uhr · Stephanus-Buchhandlung, Herrenstr. 34, 76133 Karlsruhe

Marie Wowes

liest aus

Anatomy of a Broken Heart

Seit dem Unfalltod ihrer Jugendliebe Flynn hat Gracie nur noch ein Ziel: Notfallsanitäterin werden und Leben retten. Verfolgt von schmerzhaften Erinnerungen hat sie ihrer Heimatstadt den Rücken gekehrt und gibt alles für ihr Studium, um Paramedic werden zu können.

Bei ihrem Praxissemester auf einer Feuerwache trifft sie ausgerechnet Holden wieder, Flynns früheren besten Freund. Obwohl sie Holden zunächst gar nicht ertragen kann, trägt er langsam die Schutzmauern ab, die Gracie um ihr Herz errichtet hat. Inmitten nervenaufreibender Einsätze und dem Alltag auf der Wache beginnt es zwischen den beiden zu knistern. Doch kann Gracie sich auf Holden einlassen, obwohl beide so eng mit Flynns Tod verbunden sind?

Marie Wowes, 1998 geboren, lebt nach einem kurzen Abstecher in eine Großstadt wieder in ihrer Heimat in Südhessen. Bücher spielen in ihrem Leben schon immer eine große Rolle: Sie ist gelernte Buchhändlerin, macht zurzeit ihren Fachwirt in Medienmarketing und schreibt Geschichten, seit sie einen Stift halten kann. Sie liebt den Sommer, guten Cappuccino und merkt sich zu viele unnütze Dinge.

Veranstalter:

Mi. 2026 · 19 Uhr · ZKM, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe

Ronya Othmann

liest aus

Rückkehr nach Syrien

Eine Reise durch ein ungewisses Land

„Seit einigen Tagen bin ich wieder am Handy. Ich wache auf, ich esse, arbeite unkonzentriert, lese die Nachrichten. Ich rufe meinen Vater an. Mein Vater steht morgens auf, liest die Nachrichten, geht arbeiten, sitzt vor dem Fernseher. Assad ist weg. Das Regime ist gefallen. Das Regime, vor dem mein Vater – ein staatenloser jesidischer Kurde – 1980 aus Syrien floh. Ich kenne das Land von Besuchen bei meinen Großeltern in meiner Kindheit. Ein Land, in dem an jeder Ecke das Porträt des Diktators und seines Vaters hing, ein Land über das eine Familie herrschte wie ein Mafia-Clan. 54 Jahre lang.“

Wenige Wochen nach dem Sturz Assads ist Ronya Othmann mit ihrem Vater nach Syrien gereist: auf den Spuren der jüngsten Ereignisse, durch ein Land, das sich selbst fremd geworden zu sein scheint. Und überall hat sie mit Menschen, gleich welcher Zugehörigkeit gesprochen – Menschen, die zwischen Angst und Hoffnung wieder an eine Zukunft glauben wollen.

Ronya Othmann, als Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-êzîdischen Vaters 1993 in München geboren, schreibt Lyrik, Prosa und Essays und arbeitet als Journalistin.

Für ihr Schreiben wurde sie viele Male ausgezeichnet, u.a. mit dem Lyrik-Preis des Open Mike, dem MDR-Literaturpreis und dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik.

Für Die Sommer, ihren ersten Roman, bekam sie 2020 den Mara-Cassens-Preis zugesprochen, für den Lyrikband die verbrechen (2021) den Orphil-Debütpreis, den Förderpreis des Horst-Bienek-Preises und den Horst Bingel-Preis 2022. Vierundsiebzig, ihr zweiter Roman, wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Düsseldorfer Literaturpreis, dem Preis der SWR-Bestenliste 2024 sowie dem Erich-Loest-Preis 2025 ausgezeichnet.

Ronya Othmann ist Ehrenmitglied der Gesellschaft für bedrohte Völker.

Veranstalter:

Di. 2026 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Thilo Krapp

liest aus

20.000 Meilen unter dem Meer

Der Literaturklassiker von Jules Verne als Graphic Novel

Mehrere Eisenschiffe im Atlantik und Pazifik werden in den 1860er-Jahren Opfer eines mysteriösen Angriffs! Doch welches Wesen ist in der Lage, Schiffe aufzuschlitzen?

Der bekannte Tiefsee-Professor Arronax will der Sache auf den Grund gehen und begibt sich auf eine Expedition. Gemeinsam mit seinem Diener Conseil und dem Harpunier Ned Land tritt er seine Reise über die Weltmeere an. Aber das vermeintliche Meeresmonster entpuppt sich als Unterseeboot Nautilus – unter dem Kommando des mysteriösen Kapitän Nemo.

Damit beginnt ein Abenteuer, das Arronax und seine Freunde an ungeahnte Orte tief verborgen im Meer führt. Und in tödliche Gefahr bringt.

Thilo Knapp hat »20.000 Meilen unter dem Meer« als Graphic Novel neu erzählt. Er adaptiert dabei den Klassiker von Jules Verne nicht nur durch seinen Zeichenstil und seine helle Kolorierung grafisch ganz neu! Mit Blick auf ökologische Fragen ist »20.000 Meilen unter dem Meer« auch thematisch für unsere heutige Zeit brandaktuell.

Veranstalter:

Mi. 2026 · 20 Uhr · Tollhaus, Alter Schlachthof 35, 76131 Karlsruhe

Lutz van der Horst

liest aus

Konfetti-Blues

Ein Liebesroman

Max, Ende 20 und Comedyautor, sieht sich am Anfang einer steilen Karriere: Er ist der Moderator seiner eigenen Show – zumindest dreimal. Dann erfährt er aus der Fernsehzeitschrift, dass sie wieder abgesetzt wurde. Der hübsche Typ aus dem Club, die vermeintlich neue größte Liebe seines Lebens, will auch nichts mehr von ihm wissen. Und möchte Max nicht eigentlich sowieso seine Exfreundin zurück?

Sein Weg auf die große Bühne und zur großen Liebe ist gepflastert mit Fettnäpfchen, peinlicher Stille nach dem Witz, Liebeskummer und Enttäuschungen – und der Frage, ob es am Ende ein Happy End für Max geben kann oder sein Leben doch für immer die unlustigste Show der Welt bleibt.

Lutz van der Horst ist Comedian, TV-Moderator und Autor. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Deutschen Comedypreis und dem Adolf-Grimme-Preis. Seit 2009 kennt man ihn als satirischen Außenreporter der heute-show im ZDF.

Weitere Infos

Moderation: Thilo Gosejohann

Veranstalter:

Di. 2026 · 19:30 Uhr · Tollhaus, Alter Schlachthof 35, 76131 Karlsruhe

Susanne Götze

ZUKUNFT liest aus

Die Milliarden-Lobby

Wer uns von Öl und Gas abhängig macht

Deutschland ist abhängig vom Öl und Gas anderer Staaten – sonst blieben viele Heizungen im Winter kalt, Autos ständen still und viele Produkte wären nicht verfügbar.

Die Importe fossiler Brennstoffe befeuern jedoch nicht nur die Klimakrise, sie zwingen Deutschland zu Geschäften mit autoritären Staaten, machen politisch erpressbar und schaffen damit eine gefährliche Abhängigkeit in ohnehin unsicheren Zeiten. Konflikte und Sabotageakte bedrohen den Welthandel, und selbst die USA sind zu einem risikobehafteten Partner geworden.

Susanne Götze und Annika Joeres decken auf und nennen Namen: Wer gefährdet aus Profitgier die Energiewende und macht Deutschland politisch erpressbar? Wer sichert sich maximale Profite – während die Allgemeinheit einen hohen Preis dafür zahlt? Die renommierten Investigativ-Journalistinnen benennen klar, wer die Energiewende sabotiert – um mit Öl- und Gasimporten weiter Milliarden zu verdienen.

Diese Veranstaltung ist Teil der neuen Reihe
ZUKUNFT IST JETZT
des Kulturzentrums Tollhaus in Kooperation mit dem Klimabündnis und Klima-Aktion Karlsruhe.

Infos und Tickets (Tollhaus)

Veranstalter:

Mi. 2026 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Vea Kaiser

liest aus

Fabula Rasa

oder Die Königin des Grand Hotels

Wien, Ende der Achtzigerjahre: Angelika Moser, aufgewachsen im Gemeindebau als Tochter der Hausbesorgerin, verbringt ihre Freizeit durch das Nachtleben tanzend. Gleichzeitig liebt sie ihren Job in einer für sie neuen, eleganten Welt: Als Buchhalterin im Grand Hotel Frohner, das von Wiener Originalen und Gästen von überallher bevölkert wird, lässt sie sich auf zweifelhafte Zahlenspiele ein, um das Etablissement zu retten.

Plötzlich mit kleinem Kind auf sich allein gestellt, nimmt Angelika den Kampf um ein gutes Leben auf und beginnt, Rechnungen zu manipulieren. Jahrzehnte vergehen – bis ihr die Zahlen um die Ohren fliegen.

Vea Kaiser erzählt in ihrem rasanten neuen Roman von einer jungen Mutter, die über alle Hürden hinweg im Wiener Traditionshotel Karriere macht und ihre Geschichte selbst in die Hand nimmt.

Veranstalter:

Mo. 2026 · 18 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Tiffany Krug , Prof. Dr. Mathias Herweg

Buchvorstellung

Der Orient in mittelalterlicher Literatur

Die Gegenwart zwischen Ost und West scheint zerrissener denn je. Dem Westen wird dabei oft ein orientalistischer Blick auf den Osten zugeschrieben, basierend auf Edward Saids teils überholten Analysen. Gleichzeitig werden zunehmend okzidentalistische Stereotype identifiziert, die ebenfalls historisch verwurzelt sind. Die historisch geprägten Beziehungen zwischen West und Ost, oft vom Westen vernachlässigt, waren nicht nur von Feindseligkeit geprägt.

Ein Blick in die Epoche ihres Beginns lohnt sich heute besonders, da sie positive wie negative transkulturelle Kontakte aufzeigt. Dabei spielen Erzählungen und west-östliche Erzähl-Netzwerke eine zentrale Rolle: migrierende Texte, Begegnungsorte für Dichter und Übersetzer sowie verbindende Routen und Sprachen.

Veranstalter:

Di. 2026 · 19 Uhr · ehem. Postgiroamt, 6. OG, Kriegsstraße 100, 76133 Karlsruhe

Mirna Funk

liest aus

Balagan

Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie.

»WTF!«, denkt Amira und macht erstmal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss plötzlich Amira sich rechtfertigen.

Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. 'Balagan'), das die deutsch-jüdische Geschichte ihr hinterlassen hat.

Mirna Funk wurde 1981 in Ostberlin geboren und studierte Philosophie sowie Geschichte an der Humboldt-Universität. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin, unter anderem für »Der Freitag« und das »Zeit Magazin«, und schreibt über Kultur, Lifestyle und Kunst. Sie lebt in Berlin und Tel Aviv.

Studien- und Solidaritätsreise nach Israel im Mai 2026

Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Karlsruhe bietet seinen Mitgliedern und Interessenten erneut eine Israelreise vom 6.Mai bis 14. Mai 2026 an.

Themenschwerpunkte:
- Israel nach dem 7. Oktober
- Kultur, Realität und Propaganda
- Demokratie in der Bewährung
- Begegnung und Gespräch
- Ist Koexistenz möglich?

Studienreisen helfen, sich selbst ein Bild der Lage vor Ort zu machen, den Menschen dort unmittelbar zu begegnen und in die Gespräche zu kommen.

Weitere Informationen

Moderation: Hanspeter Gaal

Veranstalter:

Di. 2026 · 20 Uhr · P8, Schauenburgstraße 5, 76135 Karlsruhe

Oliver Nachtwey

stellt vor

Zerstörungslust

Elemente des demokratischen Faschismus

Donald Trump versprach vor seiner erneuten Wahl, die liberale Demokratie aus den Angeln zu heben. Er wurde nicht trotz, sondern wegen dieses Versprechens gewählt. In ihrem Bestseller Gekränkte Freiheit zeigten Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, wie Libertarismus und Autoritarismus miteinander verschmelzen könnten. Zwei Jahre später hat die Realität ihre soziologische Diagnose auf bedrückende Weise bestätigt. Nun befassen sie sich mit den Wähler und Followern von Trump, Musk sowie der AfD.

Woher diese Lust an der Zerstörung? Und warum folgen so viele Bürger:innen den libertären Autoritären in den selbstgewählten Faschismus? Auf der Grundlage umfangreicher empirischer Forschungen, darunter einer Vielzahl ausführlicher Interviews, u. a. mit AfD-Anhängern und Mitgliedern libertärer Vereinigungen, entwickeln Amlinger und Nachtwey eine Erklärung: Im Kern richtet sich diese Revolte gegen die Blockade liberaler Gesellschaften, die ihre Versprechen auf Aufstieg und Emanzipation nicht mehr einlösen.

In diesem Sinne geht es Trump, Musk, Weidel und ihren Anhänger:innen, schließen die beiden mit Erich Fromm, um die Zerstörung der Welt als letzten, verzweifelten Versuch, sich davor zu retten, von ihr zermalmt zu werden.

Veranstalter:

Di. 2026 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Sandra Richter

Lesung und Gespräch

Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben

Eine Biographie

Offen sein und schreiben, mehr wollte Rilke nicht: ein bescheidener und zugleich anspruchsvoller Wunsch. Als Autor erfuhr er »das ganze Leben [...], als ob es mit allen seinen Möglichkeiten mitten durch ihn durchginge«. Allerdings auch mit all seinen Widersprüchen: Rilke floh vor seinen Musen und konnte ohne sie nicht sein, beklagte die Folgen des menschengemachten Fortschritts und begeisterte sich für die Technik, er liebte das einfache Leben und hatte eine ausgeprägte Vorliebe für schöne Dinge und Wohnsitze. Er schuf mit den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge einen der ersten modernen Romane und epochemachende Gedichtzyklen, deren Ausdruckskraft bis heute nachwirkt.

Sandra Richter, Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, arbeitet mit neuen Quellen, die mit Ankauf des großen Rilke-Archivs 2022 nach Marbach gelangt sind. In ihrer Biographie erscheint der Autor in neuem Licht: Nicht der weltabgewandte Einsiedler, zu dem er sich gern stilisierte, sondern robust, durchsetzungsfähig, alert in Gesellschaft, heiter und selbstironisch und in Finanzdingen beschlagener, als man gemeinhin annimmt.

Moderation: Prof. Dr. Mathias Herweg (KIT)

Veranstalter:

Do. 2026 · 19 Uhr · Literaturhaus im Prinz-Max-Palais, Karlstr. 10, 76133 Karlsruhe

Steffen Martus

Lesung und Gespräch

Erzählte Welt

Eine Literaturgeschichte der Gegenwart, 1989 bis heute

Literatur ist Gesellschaft im Kleinen. Sie spiegelt nicht nur die fundamentalen Umbrüche, die immer schneller aufeinander folgen, sie durchlebt selbst die Krisen, die unsere Gegenwart ausmachen – sozial, politisch, ökonomisch und auch ästhetisch.

1989 wurden Autoren noch einmal auf die große Bühne gerufen: Von Christa Wolf erwarteten die Demonstranten auf dem Berliner Alexanderplatz Orientierung. Im «deutsch-deutschen Literaturstreit» und in den Skandalen um Strauß, Handke, Walser oder Grass veränderte sich die Öffentlichkeit von Grund auf. Die «Popliteratur» erklärte Autoren nur noch zu Marken unter anderen. Im Hintergrund erprobte Amazon am Beispiel des Buchs erstmals die Möglichkeiten des digitalen Kapitalismus. Literatur war in einer neuen Zeit angekommen, aber anders als einst erhofft.

Steffen Martus zeichnet ein Panorama der deutschen Literatur und ihrer Gesellschaft von 1989 bis zu den jüngsten Debatten um Migration, Identität oder Klassismus. Er öffnet die Augen für die Vielfalt der Literatur und zeigt, was sie über die Gegenwart verrät und für die Selbstverständigung unserer Gesellschaft bedeutet.

Moderation: Prof. Dr. Stefan Scherer (KIT)

Veranstalter:

Im Jahr 2026 gab es bisher 12 Termine.